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Leipziger Volkszeitung
vom 25.02.2004

Männergewalt gegen Frauen soll "sichtbar" werden

Aktionsbündnis ruft Messestädter auf, malend oder dichtend ein persönliches Zeichen zu setzen / Eindrucksvollste Exponate kommen in Ausstellung

Wieder in Aktion ist das Leipziger Aktionsbündnis "Gemeinsam gegen Männergewalt an Frauen und Mädchen". Diesmal lädt es die Messestädter ein, eine Din-A-4-Seite zum Thema zu gestalten und damit ein persönliches Zeichen zu setzen. Die eindrucksvollsten Exemplare sollen im Herbst am "Internationalen Anti-Gewalt-Tag gegen Frauen" in einer Exposition gezeigt werden. Die aussagekräftigsten sind für den Druck auf Plakate vorgesehen. Alle Einsendungen werden hingegen in einem Buch gebunden."Die Idee stammt aus Köln, wo sich an einer solchen Aktion vor allem zahlreiche Prominente wie Hella von Sinnen beteiligt hatten", erzählt Antje Gundelach vom hiesigen Verein Frauen für Frauen, der das Projekt koordiniert. Mit einigen Kolleginnen organisiert Gundelach beim Verein den "Notruf für vergewaltigte und sexuell missbrauchte Frauen und Mädchen" und weiß also nur zu gut, wovon sie spricht. "Wir haben es täglich mit fast allen Formen von Gewalt zu tun - von der verbal geäußerten bis hin zur tätlichen", sagt sie. Dass sie in den letzten Jahren immer häufiger von Hilfe suchenden Geschlechtsgenossinnen kontaktiert werden, schreibt die Notruf-Frau weniger einer Häufung der Vorfälle zu. "Eher rührt das daher, dass das Thema mittlerweile durch die öffentlichen Aktionen enttabuisiert wird und betroffene Frauen sich ermutigt fühlen, Ansprechpartner zu suchen", so Gundelach.Die jetzige Aktion - Motto "Männergewalt ist unsichtbar!? Nein!" - soll bis Ende März laufen. Vorbereitete Formblätter, auf deren Vorderseite die Sache erklärt ist und deren Rückseite Platz zum Gestalten bietet, liegen unter anderem in Bürgerämtern, LVB-Service-Points, Mütterzentren, beim Stadtjugendpfarramt und in der Universität aus. Auch beim städtischen Referat für Gleichstellung von Frau und Mann, das ebenso zum Aktionsbündnis zählt wie der Verein Lebenszeiten und die Schwangerschafts- und Familienberatungsstelle des Gesundheitsamtes. Die Blätter kann man an den Auslageorten in einen bereitstehenden Sammelkarton ausgefüllt zurücklegen oder an den Verein Frauen für Frauen, Schenkendorfstraße 27, in 04275 Leipzig (Tel. 0341/ 3 91 97 91, Fax 3 91 07 33) schicken. Im Internet ist das Gestaltungsformular unter www.in-leipzig-nicht.de herunterladbar. "Leipziger allen Alters - bitte auch Männer und möglichst viele Prominente - sollen sich darauf mit ihrem ganz individuellen Bild von Gewalt positionieren. Ganz gleich ob das mittels Collagen, Zeichnungen, Cartoons, Fotos oder Gedichten geschieht", wünscht sich Antje Gundelach.
Angelika Raulien

 

 
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Kosmetikfirma startet Kampagne gegen Gewalt
     
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Ausstellung macht Gewalt gegen Frauen sichtbar.
Das Leipziger Aktionsbündnis „Gemeinsam gegen Männergewalt an Frauen und Mädchen” startete im November 2003 die Kampagne „Männergewalt ist unsichtbar!? Nein!”. Leipzigerinnen und Leipziger sind aufgefordert, ihr Bild von Gewalt gegen Frauen sichtbar zu machen: in Zeichnungen, Gedichten, Collagen, Cartoons, Photos, Zitaten oder Geschichten. Alltägliche Gewalt gegen Frauen und Mädchen darf nicht mehr in der Anonymität versteckt werden, sondern soll öffentlich diskutiert werden. Die Vorlagen für die zu gestaltenden Blätter können entweder in der Beratungsstelle für Frauen angefordert oder im Internet unter www.in-leipzig-nicht.de heruntergeladen werden. Die Darstellungen schicken Sie dann einfach per Post an Frauen für Frauen e.V., Schenkendorfstr. 27, 04275 Leipzig oder senden sie ein Fax 0341 – 3 91 07 33. Einsendeschluss ist der 3. September. Die aussagekräftigsten Arbeiten werden vom 25. November bis zum 2. Dezember 2004 in der Leipziger Peterskirche zu sehen sein. Von allen Einsendungen wird des Weiteren ein Katalog zusammengestellt. Der 25. November jeden Jahres ist seit 1981 internationaler Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen. Er geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die 1960 nach monatelanger Folter vom Geheimdienst der Dominikanischen Republik getötet wurden. Seit 1999 ist dieser Tag auch von den Vereinten Nationen als offizieller Gedenktag anerkannt.
Informationen: www.in-leipzig-nicht.de oder unter der Telefonnummer der Beratungsstelle für Frauen 0341 / 3 91 97 91
   
  Radio PSR:

"Themen, die Sachsen bewegen", Beitrag 7.3.04
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  Hitradio Antenne Sachsen:

"Nachgedacht", Beitrag 8.3.04